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Auszubildender mit Kapitänspatent

Der Seelotsanwärter (Aspirant) hält eine behördliche Zulassung zur Ausbildung zum Seelotsen für die Seelotsreviere einer bestimmten Lotsenbrüderschaft (>Sitze der Brüderschaften). Im Allgemeinen ist der Anwärter zuvor zur See gefahren und durchläuft nun eine 8-monatige Ausbildung, die von der Lotsenbrüderschaft durchgeführt und organisiert wird.

Die Ausbildung besteht aus theoretischem Untericht in allen relevanten Sachgebieten sowie praktischem Untericht inkl. Simulatortraining und Begleitung von Seelotsen bei ihrem Dienst.

Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Prüfung vor der Wasser- und Schifffahrtsdirektion, in der das gesamte Fachwissen präsentiert werden muss.

Der Untericht wird vornehmlich von einem durch die Mitgliederversammlung gewählten Seelotsen - dem Ausbilder - durchgeführt. Zusätzlich werden Kenntnisse von Behördenvertretern vermittelt.

Der Lehrplan sieht das Vermitteln folgender Kenntnisse vor:

  • Seelotsgesetz, Ordnungen und Verordnungen insbesondere inkl. SeeSchStrO
  • Struktur des Seelotswesens sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung inkl. relevanter Bereiche von BMVBS, ASt der GDWS und WSAn
  • Revierkunde inkl. aller See- und Schifffahrtzeichen mit Farbe, Kennung, Sektorengrenzen und Position sowie der Schallsignale von Fahrzeugen und Landinstallationen, etc.
  • Revierkunde inkl. aller Kurse, Wassertiefen, Pierlängen, Kruvenradien, Fährstellen, Brücken, Hochspannungsleitungen mit Ansage der entsprechenden Revierkilometer, etc.
  • Meldepflichten inkl. Sprechkanälen und Stationsnamen
  • Brüderschaftsstruktur inkl. Verwaltungsaufbau, Organe, Bört- und Dienstordnung sowie aller Statuten
  • Wachdienst der Lotsenstationen
  • Bridge resource management

Die Praxis gliedert sich in zwei Bereiche: die freie Beratungsbegleitung und die feste Zuteilung zu einem bestimmten Seelotsen (Fahrlotsen).

Freie Wahl
In der "freien Fahrt" hat der Aspirant eine vorgegebene Anzahl von Beratungsbegleitungen auf vorgegebenen Strecken und mit bestimmten Fahrzeugklassen durchzuführen. Er kann Zeitraum und Strecken selbst bestimmen, muss vor der Prüfung jedoch alles erfüllt haben.

Mit Begleitung
Im "festen Törn" fährt der Aspirant immer mit einem bestimmten Seelotsen (Fahrlotsen) mit, d. h. er hat eine zeitlang den gleichen Lehrmeister, der tiefergehende praktische Übungen planmäßig mit ihm durchführen kann. Zudem lernt der Anwärter in dieser Zeit erstmalig die reale Dienstfolge der Seelotsen und deren Dienstordnung (Bört) kennen. Der Fahrlotse stellt eine prüfungsrelevante Beurteilung aus.

Simulieren
Zur praktischen Ausbildung gehört auch das Training im Schiffssimulator. Hier kann frei von jeglichem Schadenrisiko und doch realistisch gezielte Übungen im künftigen Revier gefahren werden.

Ende ist Beginn

Am Ende der 8-monatigen Ausbildung steht eine Prüfung vor der Aufsichtsbehörde.

Die Prüfung ist nicht ohne Grund durchaus "erschöpfend".

Der Prüfling wird auf eine Wissensschwelle hin geprüft, die es ihm in der nahen Folge erlaubt, selbständig, eigenverantortlich und durchaus selbstbewusst und vertrauenswürdig "gestandene" Schiffsführungen bei der Passage durch "sein" Revier zu beraten. Er soll nun alle Ecken und Kanten des Reviers kennen und alle Gefahren für Besatzung, Umwelt, Schiff und Ladung sicher und zuverlässig umschiffen können.

Der Lern- und Prüfungsstress wird mit Erhalt der Bestallungsurkunde von der Außenstelle der GDWS ersetzt durch das befreiende Gefühl und die Gewissheit nun bestallter Seelotse zu sein.

Für das angemessene Zelebrieren dieses Ereignisses bleibt jedoch nicht allzuviel Zeit und Energie. Mit dem nächsten Ersten beginnt - wieder einmal - der Ernst des Lebens. Der gestandene Kapitän ist nun Junglotse.

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