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Lotsgeld

Der Seelotse erhält für seine selbständige Berufstätigkeit ein persönliches Lotsgeld (nicht zu verwechseln mit der Lotsabgabe, die der Bund für die Infrastruktur des Seelotswesens einnimmt), das ihm von seiner Brüderschaft ausgezahlt wird. Das Lotsgeld ist von den Schiffen aufzubringen, die Lotsdienstleistungen in den Seelotsrevieren der Lotsenbrüderschaft in Anspruch genommen haben.

Der Weg des Lotsgeldes

Der Preis für die Lotsdienstleistung wird in der Lotstarifordnung festgelegt, die vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVDI) in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) erarbeitet und im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Die Höhe des Lotsgeldes für die Beratung ist schiffsgrößenabhängig (BRZ) obgleich der Lotsdienst eine zeitliche Basis hat und u. a. die Länge der zu beratenden Strecke berücksichtigt. Die BRZ-Abhängigkeit fand Eingang in die Tarifordnung, damit eine unterschiedliche Lastverteilung vorgenommen werden kann. Das sogenannte Mittelschiff (durchschnittliche Schiffsgröße in einem bestimmten Revier und Zeitraum) zahlt genau den zeitlichen Aufwand, der beim Befahren des Seelotsreviers entsteht.

Dieser Zeitaufwand wird zusammen mit anderen zeitrelevanten Tarifkomponenten (etwa Anfahrten und Wartezeiten) zu einem Gesamtzeitaufwand addiert und mit der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung festgelegten und deutschlandweit einheitlichen Lotsgeldstunde multipliziert.

Die größenabhängige Gewichtung des Lotsgeldes findet sich in den Lotsgeldtabellen (Teil der Lotstarifordnung) für die Seelotsreviere wieder.

Die Tabellenwerte bleiben insgesamt unverändert, solange die anvisierte Sollbetriebseinnahme innerhalb festgelegter Grenzen liegt. Um nicht der allgemeinen Einkommensentwicklung nachzustehen, wird die Sollbetriebseinnahme jährlich durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung überprüft.

Die Außenstellen Nord und Nordwest der GDWS sind zuständig für das gesamte Inkasso, d. h. sie ordnen das zu zahlende Lotsgeld an und ziehen es über die Bundeskasse ein. Die so eingenommenen Lotsgelder werden von den Außenstellen der GDWS an die entsprechende Lotsenbrüderschaft ausgezahlt.

Eine Barzahlung der Beratungsleistung direkt an den tätigen Seelotsen ist möglich, wenn das Schiff keine Rechnungsanschrift in Deutschland angeben kann und eine andere Begleichung des Rechnungsbetrages nicht möglich ist.

Der Seelotse darf nur Lotsgeld nach Lotstarifordnung fordern und annehmen. Er darf sich kein darüber hinaus gehendes Lotsgeld versprechen lassen.

Die Lotsenbrüderschaft zieht von den von der Außenstelle der GDWS eingehenden Lotsgeldern zunächst die durch Gesetz und Verteilungsordnung vorgesehenen Mittel ab und sorgt für entsprechende Verwendung. Der Rest wird im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Verteilungsordnung gleichmäßig an die Seelotsen ausgeschüttet. Dabei ist unerheblich, ob Junglotse oder Volllotse, ob die einzelnen Dienstzeiten am Tage, in der Nacht oder an Feiertagen lagen - jeder erhält, bei börtmäßigem Dienst, den gleichen Anteil.

Mit der Auszahlung erhält der Seelotse die Mittel für seine Betriebsausgaben, Steuern und Sozialabgaben und natürlich sein Einkommen.

Altersvorsorge
Der Seelotse ist - im Gegensatz zum Mitglied einer Hafenlotsenorganisation - in der gesetzlichen Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung - DRV) pflichtversichert (vgl. §2 Nr. 4 Sozialgesetzbuch VI). Als Freiberufler ist hier der volle Beitrag (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) fällig. Die Lotsenbrüderschaft zieht den Gesamtbetrag für alle Mitglieder von den eingehenden Lotsgeldern vor der Ausschüttung ab und übermittelt die Summe direkt an die DRV. Auf diese Weise fließen von allen Seelotsen pro Jahr rund 11 Mio. Euro in die Rentenkasse.

Da die spätere Rente aus der gesetzlichen Rentenkasse - wie bei allen Rentenversicherungspflichtigen - zu gering ausfallen wird, muss auch der Seelotse aus seinem persönlichen Lotsgeld weitere Altersvorsorge betreiben. Zusätzlich wird vom Seelotsen Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenenabsicherung getroffen.

Krankenversicherung
Einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse unterliegt der Seelotse wegen Überschreitens der Pflichtversicherungsgrenze bzw. seinem Status als Freiberufler nicht.

Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld ist ebenfalls nicht zu zahlen. Für den Fall des Ausbleibens der Einnahmen z. B. wegen Verkehrseinbruch besteht neben der privaten Rücklagenbildung keine Absicherungsmöglichkeit. Hierin liegt das unternehmerische Risiko des Seelotsen. Ggf. muss er sich dann wieder seinem Primärberuf zuwenden und versuchen ein Arbeitsverhältnis als Kapitän einzugehen.

Körperschaftsbeitrag
Für die Aufwände der Selbstverwaltung von Lotsenbrüderschaft und Bundeslotsenkammer inkl. der abhängig Beschäftigten beider Körperschaften hat der Seelotse einen jährlich neu festgesetzten Pflichtbeitrag zu leisten.

Unfall- und Berufshaftpflichtversicherung
Als Freiberufler sind Beiträge für diese Versicherungen selbstverständlich.

Nach Abzug der von der Lotsenbrüderschaft einzubehaltenden Beträge verteilt sie das restliche Lotsgeld per Auszahlung an die Mitglieder, die hiervon ihre zusätzliche private Altersvorsorge betreiben, eine Kranken- und ggf. Pflegeversicherung bezahlen, Rücklagen schaffen, ihre Betriebsausgaben aufbringen sowie Einkommenssteuern abführen.

Die Höhe des restlichen persönlichen Lotsgeldes ist verkehrsbedingt schwankend und in erster Linie abhängig von der Anzahl der Schiffe, die durch das Seelotsrevier gelotst werden.

Das Seelotsgesetz sieht in §45 (3) vor, dass der Seelotse "bei normaler Inanspruchnahme ein Einkommen und eine Versorgung hat, die seiner Vorbildung und der Verantwortung seines Berufes" entsprechen.

Die normale Inanspruchnahme beinhaltet eine vom Tarifgeber festgelegte Wochenarbeitszeit von knapp 50 Stunden, die unabhängig von der Tageszeit und den gesetzlichen Feiertagen vom Seelotsen zu erbringen sind.
Unter Vorbildung ist die gesamte Ausbildung, angefangen von der Erlangung des Kapitänspatents über die Erfahrung durch das Ausüben des Berufes bis hin zur Fort- und Weiterbildung alles zu verstehen, was der Kapazität des Seelotsen zuträglich ist und ihn schließlich ausmacht. Auch die Ausbildung zum Seelotsen selbst ist hier einzubeziehen.
Die vom Seelotsen zu tragende Verantwortung ist zunächst gleichrangig mit der des Schiffsführers, den er berät. Zusätzlich hat der Seelotse eine Qualitätsverantwortung, die sich aus der IMO-Resolution A.960 und dem Seelotsgesetz ergibt: "Der Seelotse hat seine für die Lotstätigkeit notwendigen Kenntnisse laufend zu ergänzen." §25 (1) SeeLG

Von der früher maßgeblichen Größe "Heuertarif Kapitän auf großer Fahrt" ist mittlerweile abgewichen worden. Die Einkünfte können jedoch als äquivalent bezeichnet werden.

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